Der Backlash-Workshop von Mona Salwender bei WUMAN- auf einen Blick zusammengefasst! (ein Beitrag von Alexandra Kammer)

Ein Workshop zum Thema Backlash auf Augenhöhe begegnen – was hat es damit auf sich? 

Es geht darum sich den Geschlechterstereotypen bewusst zu werden und so negative Reaktionen (Backlashes) besser einordnen zu lernen. Dabei kann man sich darin üben, solche Situationen zu vermeiden oder sich in ihnen anders zu verhalten.

Was nimmst du aus dem Workshop für dich persönlich mit?

Als weiblich sozialisierter Mensch fällt es mir oft schwer meine Anliegen offen zu kommunizieren und selbstbewusst zu meinen Ideen zu stehen. Ich nehme definitiv mit mich weniger für meine Existenz zu entschuldigen und seltener im Konjunktiv zu sprechen.

Welche Aha-Momente hast du (im Workshop oder auch danach) erlebt?

Ich habe meine eigene schriftliche und mündliche Kommunikation im Business-Kontext genauer überwacht und öfters Sätze umformuliert, um Füllwörter, wie “vielleicht”, zu vermeiden und mich dadurch nicht schon selbst zu diskreditieren. 

Wieso wird dir der Workshop in Erinnerung bleiben?

Ein safe space, wie Mona ihn geschaffen hat, hat unheimlich dabei geholfen sich in die Situationen hineinzuversetzen und sich einfach mal zu trauen sich nicht rollenkonform oder auch persönlichkeitskonform zu verhalten. Wir konnten in eine Rolle schlüpfen, an die wir uns im Ernstfall hoffentlich erinnern.

Wirst du den Workshop weiterempfehlen? Wenn ja, wem und warum?

Auf jeden Fall und jedem. Allen Menschen, die sich mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Arbeitswelt und auch außerhalb wünschen. In diesem Workshop gibt es dafür einige nützliche Tools und auch Augenöffner für Betroffene ebenso wie für Nicht-Betroffene. 

Dieser Erfahrungsbericht ist verfasst von Alexandra Kammer. Alexandra studiert im Master Kultur & Wirtschaft: Anglistik & BWL an der Universität Mannheim und ist außerdem Diversity Managerin bei Aivy. Sowohl in ihrer Masterarbeit als auch in ihrem Promotionsvorhaben befasst sie sich mit Themen rund um Diversität in Unternehmen.

Ihr möchtet auch eure Erfahrungen mit WUMAN teilen? Dann schreibt uns eine Mail an wuman@wuman.de und los geht’s!

Backlash auf Augenhöhe begegnen – Workshop mit Mona Salwender (Beitrag von Ira Theresa Maschmann)

Wie gehe ich in eine Verhandlung mit meiner Vorgesetzten, in der ich sowohl mehr Gehalt als auch eine Hilfskraft als Unterstützung heraushandeln will? Wie überzeuge ich in einem Teammeeting von meiner Idee und setze diese durch? Und wie begegne ich diesen Situationen, ohne als Frau an einer rollenbedingten Gradwanderung zu scheitern: entweder bin ich zu nett und nicht durchsetzungsstark, oder zu durchsetzungsstark und nicht nett?
Egal wie ich mich entscheide: Frauen können in verschiedensten alltäglichen Situationen Backlash begegnen, das heißt: Rückschlägen. Eine Bandbreite an Forschung zeigt auf, inwiefern Frauen durch ihre soziale Rolle Rückschläge erfahren, wenn sie sich nicht rollenkonform, also, vereinfacht gesagt, nicht fürsorglich, mitfühlend, hilfsbereit und verständnisvoll, sondern durchsetzungsstark und zielbewusst verhalten. Sei es im Arbeitsleben in einer Gehaltsverhandlung oder wenn in einer Runde Freund:innen entschieden wird, wer sich um ein Geburtstagsgeschenk kümmert. Häufig wäre es leichter, dem immer noch im Bewusstsein vieler verhafteter Bild von einer mütterlichen, sorgenden und niemals Nein-sagenden Frau zu entsprechen und Vorschlägen ohne Verhandlung zuzustimmen. Ansonsten droht die Gefahr eines Rückschlags, beispielsweise, dass man als Frau beispielsweise weniger gemocht wird, weniger befördert oder weniger als Chefin gesehen wird oder negativere Leistungsbeurteilungen und Gehalt bekommt. Dass es gar nicht erst so weit kommen muss, und wie man solchem Backlash auf Augenhöhe begegnet, erarbeitet Mona Salwender in einem vierstündigen, von WUMAN initiierten Workshop mit uns.
Mona Salwender ist aktives WUMAN-Netzwerk Mitglied, promoviert am Lehrstuhl für Sozialpsychologie der Uni Mannheim zum Thema Backlash und hat im letzten Jahr freiberuflich ein neues Entwicklungsprogramm für Frauen erarbeitet, um ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse auch in die Praxis umzusetzen.
Fundiert durch wissenschaftliche Erkenntnisse zeigt sie im Workshop bestehende Geschlechterstereotypien auf, wie diese zu Rückschlägen für Frauen führen können, und was man gegen Backlash tun kann. In vier eigens für den Universitätskontext konzipierten Rollenspielen erarbeiten wir beispielsweise, mit subtiler Dominanz in eine Verhandlung zu gehen und üben, selbstbewusstes Auftreten mit Stimme, Mimik und Gestik zu unterlegen. Auch lernen wir, dass es ein Vorteil sein kann, Verhandlungen im Namen anderer, beispielsweise im Namen des Teams, zu führen und so nicht den eigenen, sondern den globalen Vorteil einer Forderung zu unterstreichen. Verschiedene Aspekte der Gesprächsführung werden herausgearbeitet, und wir üben in Kleingruppen, Ideen zu platzieren, andere Teammitglieder davon zu überzeugen, und auch, mit Unterbrechungen umzugehen und das Gespräch wieder in unsere Richtung zu leiten. Mona betreut jede einzelne dieser Arbeitsgruppen und gibt individuelles Feedback und überträgt dieses auch auf die gesamte Gruppe. Zusätzlich hat stets ein Mitglied der Rollenspiele die Aufgabe, das Geschehen zu beobachten und Feedback zu geben.
Diese doppelte Feedbackschleife durch Mona als auch eine jeweilige Beobachterin im Rollenspiel gibt die Möglichkeit, sich in diesem geschützten Umfeld als starke und zähe Verhandlungspartnerin zu versuchen – und Feedback zu bekommen, dass dieses Verhalten gar nicht als unfreundlich und unangebracht, sondern selbstbewusst und professionell wahrgenommen wird. Ich persönlich habe den hohen Praxisanteil des Workshops sehr geschätzt, da ich die Möglichkeit hatte, in verschiedenen Rollen (mal als Doktorandin, die eine adäquate Bezahlung fordert, oder als Teammitglied, das eine neue Idee und Herangehensweise vorstellt und davon überzeugen will), neue Verhaltensweisen auszutesten. Ich habe mich selbstbewusst und durchsetzungsstark gefühlt und durch das Feedback signalisiert bekommen, dass diese Verhaltensweisen nicht negativ aufgefasst werden. So konnte ich in darauffolgenden Situationen in meinem tatsächlichen Beruf darauf vertrauen, nicht mit negativen Konsequenzen beziehungsweise Rückschlägen rechnen zu müssen, sobald ich mich positioniere. Ich übe weiterhin daran, diese Erkenntnis in mein Verhalten zu übertragen, und muss häufig schmunzeln, wenn mir dies einmal nicht gelingt. Denn auch das hat Mona uns mitgegeben: Veränderung ist ein Prozess und auch wenn es nicht sofort gelingt, das Gelernte in der Praxis umzusetzen, bin ich dankbar für die Impulse, die der Workshop gesetzt hat.
Insgesamt haben sowohl die Konzeption des Workshops als auch Monas aufmerksame Betreuung ihn zu einer bleibenden Lernerfahrung gemacht. Wie beschrieben, konnte ich in dem durch WUMAN bereit gestellten, geschützten Rahmen neue Verhaltensweise ausprobieren und wurde durch Feedback in diesen bestärkt. Auch habe ich erlebt, dass es anderen Teilnehmerinnen genauso ging, wodurch der Workshop zu einer kollektiven Erfahrung von Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen geführt hat. Ich würde den Workshop jederzeit für Frauen in der Wissenschaft oder Wirtschaft empfehlen.
Ira Theresa Maschmann – Teilnehmerin des WUMAN Workshops „Backlash auf Augenhöhe begegnen“ (von Mona Salwender)
Dieser Beitrag stammt vom WUMAN Mitglied Ira Theresa Maschmann. Ira hat 2019 an der Universität zu Köln promoviert. Ihre Forschung beschäftigt sich mit psycholinguistischen Effekten, genauer: dem Einfluss von Sprache auf unser Denken und unsere Wahrnehmung. In diesem Zusammenhang liegt ihr Hauptaugenmerk auf geschlechter-gerechter Sprache.


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WUMAN x start social – Und weiter geht’s…

Es ist vollbracht unser Abschlussbericht ist abgegeben und damit ist nun auch offiziell unser Start Social Coaching beendet. Zum Abschied haben wir am Montag noch einmal mit unseren beiden Coaches Nicole Burhenne und David Topchishvili angestoßen. Die beiden haben uns in den letzten vier Monaten jeden Montagabend begleitet und beraten. Und wie wir ja schon öfter erzählt haben: die beiden waren wirklich ein guter Fang. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge sagen wir also DANKE!

Nicole und David haben sich mit uns auf eine spannende Reise begeben und nicht nur die schnell gewachsenen Strukturen von WUMAN mit uns aufgeräumt sondern auch das ein oder andere Mal in unseren Köpfen mit uns Kisten gepackt und sortiert. Sie haben uns mit Expert*innen vernetzt und uns manchmal auch einfach gelobt und eine Außenperspektive auf das was wir so machen geboten. All das umschreibt zwar nur vage was wir alles gemeinsam erarbeitet haben aber en Detail wollt ihr gar nicht wissen mit welchen Excel-Monster-Tabellen wir so um uns geworfen haben.

Feststeht: sobald es Corona zulässt werden wir uns auch mal persönlich kennenlernen und auf unseren gemeinsamen Weg anstoßen.

Und jetzt heißt es erstmal durchatmen und Daumen drücken fürs Finale, damit wir die Schirmherrin Angela Merkel besuchen dürfen 😉 Aber eigentlich haben wir schon gewonnen, nicht nur waren wir ja überhaupt unter den glücklichen die eines ergattern konnten, darüber hinaus hat uns das Stipendium selbst sehr weitergebracht und wir können es nur wärmstens weiter empfehlen.

Bis dahin könnt ihr aber einen kleinen Einblick in unsere Ideen bekommen, denn am 3. Februar 2021 haben wir an der Stipendiat*innenkonferenz von start social teilgenommen und WUMAN gepitcht. Um das Ganze auch für die Nachwelt festzuhalten, haben wir unseren Pitch auch noch mal eingesprochen und bei YouTube als Video hochgeladen. Schaut gerne mal rein.

Und da für uns mit Ende des Coachings noch lange nicht Schluss ist, dachten wir setzen wir diesen Beitrag unter das Motto „Weiter geht’s…“, denn wir wären nicht wir (das kennt ihr schon), wenn wir aufhören würden…

Seid gespannt was 2021 noch so alles mit und um WUMAN herum passiert.

Dr. des Stefanie Dotzel (Universität Bamberg, ehem. Universität Mannheim)

In unserem aktuellen Sichtbarkeitsinterview ist Stefanie Dotzel zu Gast. Stefanie Dotzel hat an der Universität Mannheim (AG Unterrichtsqualität in heterogenen Kontexten, Prof. Dr. Karina Karst) promoviert und ist nun an der Universität Bamberg tätig.

Neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit ist Stefanie Mitarbeiterin im psychologischen Fachdienst bei der Caritas SW. Sie verbindet so zwei Welten in sich: die Wissenschaft und die Praxis. In unserem Interview zeigt sie auf wie schön es ist beide Welten miteinander zu verbinden und in sich zu vereinen und erzählt euch an welchen Tagen sie gerne mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt und an welchen aber auch nicht 😉

Stefanie interessiert sich in ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit für Heterogenität, Diversität & Inklusion aus psychologischer Perspektive und innovative Lehr- und Lernformate an der Hochschule. Im Interview wird sehr deutlich welche Akzente sie in beiden Bereichen setzen würde und wie sie über beide Themen reflektiert. Ganz offen ist sie auch damit, dass sie auch (noch) nicht für alles eine Antwort hat und das vieles als Wandel zu begreifen ist.

In ihrem Alltag und der Arbeit bei der Caritas interessiert sie sich am meisten für emotionale und soziale Entwicklungsstörungen/-auffälligkeiten und deren Förderung (u.a. vor dem Hintergrund von Heterogenität und Inklusion).

Ihr möchtet Stefanie in Aktion erleben und mehr über sie und ihre Gedanken erfahren? Dann springt doch rüber zu youtube und hört ihr in unserem 20min Video zu.

WUMAN goes startsocial- Ein Zwischenfazit

Und schon wieder ist ein Monat rum. Wenn man es genau nimmt eigentlich sogar zwei.

Über die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel haben wir uns eine Kreativpause gegönnt und irgendwie war es auch eine Verschnaufpause.

Das letzte Jahr war ganz schön aufregend und wir haben viel erreicht und manchmal ist es ganz schön schwierig Veränderungen im Prozess wirklich wahrzunehmen.

Hochmotiviert wollen wir immer schneller, höher weiter. Am liebsten gestern eine Rechtsform, Finanzierungskonzept und eine ausgearbeitete Organisationsstruktur.

Manchmal braucht es aber etwas mehr Zeit, genaue Überlegungen und vor allem gaaaanz viel Geduld. Manchmal verlieren wir den Überblick und manchmal auch ganz kurz den Mut.

Neben unseren „normalen“ Arbeitstagen, vielen anderen Interessen und Projekten kommt’s manchmal dicke. Aber dann kommt zuverlässig auch immer wieder ein Moment wo’s plötzlich flutscht und wir unsere Fortschritte sehen.

Also zusammenfassend: der Monat war durchwachsen, aber jetzt starten wir in den letzten Coachingmonat nochmal voll motiviert. BaBam! Was immer bleibt: das Coaching von start social und unsere Coaches sehen wir als riesiges Geschenk!

WUMAN start social- Meilenstein 1

Unser erster Coaching-Monat mit startsocial und unseren tollen Coaches liegt hinter uns..

Was ist bislang passiert?

Zunächst haben wir Nicole und David, unsere tollen Coaches, kennengelernt. Mit den beiden treffen wir uns seit Anfang November jeden Montagabend und arbeiten hochmotiviert daran WUMAN zukunftsfähig zu machen. Wir haben großes vor und das möchten wir nachhaltig und langfristig angehen, damit ihr und wir möglichst lang etwas von WUMAN haben.

Dazu muss sich bei uns aber auch einiges ändern, denn die Arbeit wächst uns jetzt nicht mehr nur zu zweit über den Kopf, sondern auch mit der lieben Laura als neues Teammitglied ist die Arbeit immernoch zuviel. Unsere Strukturen sind einfach sehr schnell gewachsen für unser kleines Team.

So haben wir in den letzten Wochen gemeinsam mit unseren Coaches schon ganz viel gedanklich sortiert und sind uns jetzt noch klarer über unsere Mission, unsere Ziele und Visionen.

Den ersten start-social Meilenstein haben wir heute auch gemeistert: der erste Projektbericht ist abgegeben. In diesem Bericht definieren wir Ziele und Meilensteine bis zum Ende der Coachingphase (und darüber hinaus, wir wären nicht wir, wenn wir nicht mal wieder viel vor hätten!).

Es wird ganz sicher nicht wenig Arbeit, aber dabei haben wir ganz sicher auch nicht wenig Spaß.

Haltet die Augen und Ohren offen- wir nehmen euch mit auf unsere Coachingreise!

Eure

Anne-Sophie & Meike

WUMAN goes start social

Im Sommer 2020 haben wir uns die Zeit genommen und uns für ein start social Stipendium beworben. Wir dachten: wieso nicht einfach mal probieren. Zugegeben es war eine recht aufwendige Bewerbung, aber es hat sich ausgezahlt. Wir haben im Septemeber endlich die Zusage dafür bekommen. Wir möchten euch auf unserem Weg ein bisschen mitnehmen. Wer weiß vielleicht liest ja die eine mit, die sich im Sommer 2021 auch auf ein Stipendium bewerben möchte?

Wo stehen wir also gerade? Gestern hatten wir das offizielle Kick-Off zu unserem @startsocial_eV Stipendium. Hier haben wir Berichte aus den vergangenen Jahren gehört und konnten die Verantwortlichen zumindest virtuell kennenlernen. Mit unseren beiden Coaches haben wir uns mittlerweile auch schon vernetzt und freuen uns sie bald im virtuellen Gespräch kennenzulernen. In diesem Gespräch werden wir Ziele vereinbaren und damit den Grundstein füür die erste Zwischenabgabe im Rahmen des Stipendiums legen: den Projektplan, den wir am 1.12 abgeben und danach umsetzen werden.

Wir stehen in den Startlöchern und sind gespannt auf den Coachingprozess im Rahmen unseres @startsocial_e_v Stipendiums.

Eure Anne-Sophie und Meike

Dr. Meike Bonefeld (Universität Mannheim)

Meike Bonefeld

„Veränderungsprozesse anstoßen und das mit tollen und motivierten Menschen zu tun ist was mich antreibt.“

Meike Bonefeld, Wissenschaftlerin an der Universität Mannheim, erzählt über ihre Forschung und was sie in ihrer Arbeit antreibt. Seit 2014 arbeitet sie an der Universität Mannheim als Wissenschaftlerin, erst als Promovendin am Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie, dann als Post-Doc, in der Arbeitsgruppe für Unterrichtsqualität in heterogenen Kontexten. Begleitet hat sie dabei immer das Thema (Unconcious) Bias in Lehrkafturteilen über Schüler*innen mit/ohne Migrationshintergrund.

Anne-Sophie Waag (Universität Mannheim)

Anne-Sophie Waag (Universität Mannheim)

„Das Thema Engagement mit der Lehre zu verknüpfen hat mich schon immer unheimlich begeistert!“

Lange gab es keine neuen Sichtbarkeitsinterviews mehr. Heute geht es weiter und zwar mit einer besonderen WUMAN-Wissenschaftlerin: Anne-Sophie Waag, Co-Gründerin von WUMAN spricht im Interview über ihre Forschung.

Anne-Sophie Waag hat sowohl ihren Bachelor als auch Master in Psychologie an der Universität Mannheim abgeschlossen. Aktuell promoviert sie am Lehrstuhl für Bildungspsychologie und bringt Bildungsinnovationen in der Hochschullehre voran. In ihrer Promotion beschäftigt sie sich mit der Erfassung und Förderung der Theorie-Praxis-Reflexionskompetenz im Lehramtsstudium.

Die Begeisterung für ihr Thema und ihr Engagement ist ansteckend. Schaut mal rein!

Hanna Bürkle (Universität Mannheim)

„Insgesamt ist es einfach eine tolle und neue Situation, die eigene Rolle innerhalb der Universität zu verändern.“

Ein Interview mit Hanna Bürkle

Geführt von Simon Steiger

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Hanna Bürkle hat ihren Bachelor in Erziehungswissenschaft an der Pädagogischen Hochschule Freiburg gemacht und sich danach in ihrem Masterstudium auf Schulforschung und Schulentwicklung an der Universität Tübingen spezialisiert.
Aktuell arbeitet sie als wissenschaft­liche Mitarbeiterin an der Universität Mannheim im sMArt²-Projekt der Juniorprofessur für Unterrichtsqualität in heterogenen Kontexten (Leitung Prof. Dr Karina Karst, auch Interviewgast bei WUMAN). Sie interessiert sich insbesondere für die Berufs- und Studienwahl und nimmt dabei auch die schulische Berufsorientierung mit in den Blick.

Hallo und herzlich Willkommen zu unserem Interview für die Reihe „Sichtbarkeit von Wissenschaftlerinnen“ von WUMAN. Wir freuen uns sehr, heute hier sein zu dürfen und würden Sie bitten, sich zu Beginn in wenigen Sätzen kurz vorzustellen.

Vielen Dank für die Einladung. Mein Name ist Hanna Bürkle und ich bin wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe für Unterrichtsqualität in heterogenen Kontexten an der Universität Mannheim. Die Arbeitsgruppe ist dem Lehrstuhl für Bildungspsychologie angegliedert. Bevor ich hier her nach Mannheim kam, habe ich in Freiburg den Bachelorstudiengang Erziehungswissenschaft studiert und danach in Tübingen meinen Master im Fach Schulforschung & Schulentwicklung gemacht. Den Master habe ich auch erst ein halbes Jahr nach Antritt dieser Stelle hier abgeschlossen, ich habe also eine Weile beides parallel gemacht – studiert und bereits im Projekt gearbeitet. Seit April arbeite ich im Forschungsprojekt sMArt², genauer im Teilprojekt 2 unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Karst. Dabei geht es in meinem Teilprojekt darum, für die Fächer der Universität Mannheim sogenannte Erwartungschecks zu entwickeln. Das heißt wir entwickeln Tests, die es Studieninteressierten ermöglichen, ihre Erwartungen an die Inhalte, Anforderungen und Berufsmöglichkeiten bestimmter Fächer mit der tatsächlichen Studienrealität abzugleichen und ausführliches Feedback zu erhalten. Durch die Durchführung dieser Erwartungschecks können sich die Studieninteressierten intensiv informieren und einen realistischen Blick auf das Studienfach gewinnen. Das soll sie schlussendlich bei der Studienwahl unterstützen und dazu führen, dass sie gut informiert in ihr Studium starten und dieses zumindest nicht aufgrund unrealistischer Erwartungen abbrechen.

Was sind ihre Forschungsinteressen?

Meine Forschungsinteressen liegen hauptsächlich im Bereich der Berufswahl/Studienwahl. Darunter zähle ich unter anderem die schulische Berufsorientierung und die Orientierungsphase vor dem Studium. Mit diesen beiden Themen habe ich mich in meinen Abschlussarbeiten beschäftigt. Jetzt durch das Projekt in dem ich hier arbeite, setze ich meinen Schwerpunkt auf die Erwartungen an das Studium und den Zusammenhang mit der Studienzufriedenheit und Studienabbruch. Wozu ich bisher noch nicht geforscht habe, was mich aber auch sehr interessiert, ist die Betrachtung stigmatisierter Gruppen hinsichtlich der Berufs- oder Studienwahl, wie zum Beispiel Bildungsbenachteiligte oder Personen mit Beeinträchtigungen oder sonderpädagogischem Förderbedarf. Außerdem interessiert mich unabhängig davon das Thema Digitalisierung im Bildungsbereich sehr.

Wie sind sie zu Mannheim gekommen?

Ich habe circa ein halbes Jahr vor Antritt der Stelle mein Praxissemester am Landesinstitut für Schulentwicklung in Stuttgart gemacht. Zu der Zeit hatte die Abteilung, in der ich in Stuttgart gearbeitet habe, ein Kooperationsprojekt mit der Universität Mannheim und auch genau mit der Arbeitsgruppe, in der ich jetzt arbeite. Damals habe ich dann für ein paar Tage hier an der Universität bei der Dateneingabe im Rahmen dieses Kooperationsprojekts ausgeholfen und habe so die Arbeitsgruppe von Frau Karst kennengelernt. Wenige Wochen nach Ende des Praktikums bekam ich dann eine E-Mail, in der mir mitgeteilt wurde, dass die Arbeitsgruppe an der Universität Mannheim eine Stelle als Wissenschaftliche Mitarbeiterin / Doktorandin zu besetzen hat und dass dabei unter anderem an mich gedacht wurde. Daraufhin habe ich mir die Stellenausschreibung durchgelesen und weil das sehr gut zu meinen Interessen gepasst hat, habe ich mich dann direkt beworben.

Wie finden Sie den Beginn der Promotion?

Ich war zum Zeitpunkt meiner Einstellung erst im vierten Mastersemester, das heißt ich habe die ersten Monate parallel noch meine Masterarbeit geschrieben. Dadurch habe ich auch erst ein halbes Jahr nach Antritt der Stelle meine Masterurkunde erhalten, womit ich mich jetzt zur Promotion anmelden kann. Aber da ich vorhabe meine Dissertation im Rahmen des Projekts zu schreiben, sehe ich meine Arbeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin und die Promotion nicht getrennt voneinander. Alles was ich seit April gemacht habe, hat im Endeffekt mit der Promotion zu tun. Was sich im Vergleich zur Studienzeit noch verstärkt hat ist zum einen die sehr selbstständige Arbeit im Projekt, die viel Organisation und Zeitmanagement erfordert. Zum anderen bringt das Projekt und die Tätigkeit in einer Arbeitsgruppe viel Teamarbeit mit sich, in der ich mich mit Mitgliedern der Arbeitsgruppe und der Fakultät über Ideen, Problemstellungen oder Erfahrungen austauschen kann. Auch kann ich im Rahmen des Projekts lernen erste Führungsverantwortung für die wissenschaftlichen Hilfskräfte zu übernehmen, die unser Projekt unterstützen, und lernen, Arbeitsaufträge im Team zu koordinieren. Insgesamt ist es einfach eine tolle und neue Situation, die eigene Rolle innerhalb der Universität zu verändern, von der Studentin hin zur wissenschaftlichen Mitarbeiterin/Doktorandin und ich bin gespannt, wie das Projekt weiter verläuft und welche Erfahrungen ich hier an der Uni Mannheim noch sammeln darf. Zu wissen, dass die Ergebnisse des Projekts – die Erwartungschecks – am Ende anderen Personen helfen, es also sehr praxisrelevant ist was man macht, ist sehr motivierend und ein tolles Gefühl.

 

(…). Herzlichen Dank für das Interview und viel Erfolg bei der Promotion und Ihrem Projekt.

Sehr gerne. Danke, dass ich im Rahmen dieser Reihe „Sichtbarkeit von Wissenschaftlerinnen“ dabei sein durfte.

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