Hanna Bürkle (Universität Mannheim)

„Insgesamt ist es einfach eine tolle und neue Situation, die eigene Rolle innerhalb der Universität zu verändern.“

Ein Interview mit Hanna Bürkle

Geführt von Simon Steiger

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Hanna Bürkle hat ihren Bachelor in Erziehungswissenschaft an der Pädagogischen Hochschule Freiburg gemacht und sich danach in ihrem Masterstudium auf Schulforschung und Schulentwicklung an der Universität Tübingen spezialisiert.
Aktuell arbeitet sie als wissenschaft­liche Mitarbeiterin an der Universität Mannheim im sMArt²-Projekt der Juniorprofessur für Unterrichtsqualität in heterogenen Kontexten (Leitung Prof. Dr Karina Karst, auch Interviewgast bei WUMAN). Sie interessiert sich insbesondere für die Berufs- und Studienwahl und nimmt dabei auch die schulische Berufsorientierung mit in den Blick.

Hallo und herzlich Willkommen zu unserem Interview für die Reihe „Sichtbarkeit von Wissenschaftlerinnen“ von WUMAN. Wir freuen uns sehr, heute hier sein zu dürfen und würden Sie bitten, sich zu Beginn in wenigen Sätzen kurz vorzustellen.

Vielen Dank für die Einladung. Mein Name ist Hanna Bürkle und ich bin wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe für Unterrichtsqualität in heterogenen Kontexten an der Universität Mannheim. Die Arbeitsgruppe ist dem Lehrstuhl für Bildungspsychologie angegliedert. Bevor ich hier her nach Mannheim kam, habe ich in Freiburg den Bachelorstudiengang Erziehungswissenschaft studiert und danach in Tübingen meinen Master im Fach Schulforschung & Schulentwicklung gemacht. Den Master habe ich auch erst ein halbes Jahr nach Antritt dieser Stelle hier abgeschlossen, ich habe also eine Weile beides parallel gemacht – studiert und bereits im Projekt gearbeitet. Seit April arbeite ich im Forschungsprojekt sMArt², genauer im Teilprojekt 2 unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Karst. Dabei geht es in meinem Teilprojekt darum, für die Fächer der Universität Mannheim sogenannte Erwartungschecks zu entwickeln. Das heißt wir entwickeln Tests, die es Studieninteressierten ermöglichen, ihre Erwartungen an die Inhalte, Anforderungen und Berufsmöglichkeiten bestimmter Fächer mit der tatsächlichen Studienrealität abzugleichen und ausführliches Feedback zu erhalten. Durch die Durchführung dieser Erwartungschecks können sich die Studieninteressierten intensiv informieren und einen realistischen Blick auf das Studienfach gewinnen. Das soll sie schlussendlich bei der Studienwahl unterstützen und dazu führen, dass sie gut informiert in ihr Studium starten und dieses zumindest nicht aufgrund unrealistischer Erwartungen abbrechen.

Was sind ihre Forschungsinteressen?

Meine Forschungsinteressen liegen hauptsächlich im Bereich der Berufswahl/Studienwahl. Darunter zähle ich unter anderem die schulische Berufsorientierung und die Orientierungsphase vor dem Studium. Mit diesen beiden Themen habe ich mich in meinen Abschlussarbeiten beschäftigt. Jetzt durch das Projekt in dem ich hier arbeite, setze ich meinen Schwerpunkt auf die Erwartungen an das Studium und den Zusammenhang mit der Studienzufriedenheit und Studienabbruch. Wozu ich bisher noch nicht geforscht habe, was mich aber auch sehr interessiert, ist die Betrachtung stigmatisierter Gruppen hinsichtlich der Berufs- oder Studienwahl, wie zum Beispiel Bildungsbenachteiligte oder Personen mit Beeinträchtigungen oder sonderpädagogischem Förderbedarf. Außerdem interessiert mich unabhängig davon das Thema Digitalisierung im Bildungsbereich sehr.

Wie sind sie zu Mannheim gekommen?

Ich habe circa ein halbes Jahr vor Antritt der Stelle mein Praxissemester am Landesinstitut für Schulentwicklung in Stuttgart gemacht. Zu der Zeit hatte die Abteilung, in der ich in Stuttgart gearbeitet habe, ein Kooperationsprojekt mit der Universität Mannheim und auch genau mit der Arbeitsgruppe, in der ich jetzt arbeite. Damals habe ich dann für ein paar Tage hier an der Universität bei der Dateneingabe im Rahmen dieses Kooperationsprojekts ausgeholfen und habe so die Arbeitsgruppe von Frau Karst kennengelernt. Wenige Wochen nach Ende des Praktikums bekam ich dann eine E-Mail, in der mir mitgeteilt wurde, dass die Arbeitsgruppe an der Universität Mannheim eine Stelle als Wissenschaftliche Mitarbeiterin / Doktorandin zu besetzen hat und dass dabei unter anderem an mich gedacht wurde. Daraufhin habe ich mir die Stellenausschreibung durchgelesen und weil das sehr gut zu meinen Interessen gepasst hat, habe ich mich dann direkt beworben.

Wie finden Sie den Beginn der Promotion?

Ich war zum Zeitpunkt meiner Einstellung erst im vierten Mastersemester, das heißt ich habe die ersten Monate parallel noch meine Masterarbeit geschrieben. Dadurch habe ich auch erst ein halbes Jahr nach Antritt der Stelle meine Masterurkunde erhalten, womit ich mich jetzt zur Promotion anmelden kann. Aber da ich vorhabe meine Dissertation im Rahmen des Projekts zu schreiben, sehe ich meine Arbeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin und die Promotion nicht getrennt voneinander. Alles was ich seit April gemacht habe, hat im Endeffekt mit der Promotion zu tun. Was sich im Vergleich zur Studienzeit noch verstärkt hat ist zum einen die sehr selbstständige Arbeit im Projekt, die viel Organisation und Zeitmanagement erfordert. Zum anderen bringt das Projekt und die Tätigkeit in einer Arbeitsgruppe viel Teamarbeit mit sich, in der ich mich mit Mitgliedern der Arbeitsgruppe und der Fakultät über Ideen, Problemstellungen oder Erfahrungen austauschen kann. Auch kann ich im Rahmen des Projekts lernen erste Führungsverantwortung für die wissenschaftlichen Hilfskräfte zu übernehmen, die unser Projekt unterstützen, und lernen, Arbeitsaufträge im Team zu koordinieren. Insgesamt ist es einfach eine tolle und neue Situation, die eigene Rolle innerhalb der Universität zu verändern, von der Studentin hin zur wissenschaftlichen Mitarbeiterin/Doktorandin und ich bin gespannt, wie das Projekt weiter verläuft und welche Erfahrungen ich hier an der Uni Mannheim noch sammeln darf. Zu wissen, dass die Ergebnisse des Projekts – die Erwartungschecks – am Ende anderen Personen helfen, es also sehr praxisrelevant ist was man macht, ist sehr motivierend und ein tolles Gefühl.

 

(…). Herzlichen Dank für das Interview und viel Erfolg bei der Promotion und Ihrem Projekt.

Sehr gerne. Danke, dass ich im Rahmen dieser Reihe „Sichtbarkeit von Wissenschaftlerinnen“ dabei sein durfte.

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