Jasmin Zalonis (Universität Mannheim)

„Ich bin noch nicht bereit, dieses permanente Lernen von neuen Sachen und das Forschen aufzugeben!“

Ein Interview mit Jasmin Zalonis

Geführt von Sarah Gina Febriana

Foto Frau Zalonis

Jasmin Zalonis ist aktuell in Elternzeit und promoviert an der Universität Mannheim aim Bereich Informatik. Im Interview mit WUMAN spricht sie vor allem über den Weg zur Entscheidung für eine Promotion.

Sarah Gina Febriana: Willkommen zu unserem Interview für das Projekt „Sichtbarkeit von Wissenschaftlerinnen“ von WUMAN. Wir freuen uns, dass Sie an unserem Interview teilnehmen und dass andere Wissenschaftler*innen Sie und Ihre Forschung und Ihre Projekte besser kennenlernen können.

Jasmin Zalonis: Danke, dass ich hier sein darf.

S. G. F.: Zu Beginn des Interviews würden wir Sie gerne erst einmal kennenlernen. Können Sie sich kurz selbst vorstellen?

J. Z.: Ja, gerne. Ich heiße Jasmin Zalonis, bin jetzt 25 Jahre alt und habe vor kurzem mein Studium abgeschlossen. Ich arbeite jetzt hier an der Universität Mannheim.

S. G. F.: Könnten Sie uns bitte Ihren Werdegang erzählen?

J. Z.: Also ich habe ursprünglich nach meiner Schulausbildung ein Lehramtsstudium angefangen mit Mathematik und Philosophie, aber ich habe dann schnell gemerkt, dass die Schule vielleicht doch nicht ganz so das richtige für mich sein könnte. Deswegen habe ich noch zusätzlich angefangen, Informatik zu studieren, auch auf Lehramt, damit ich hier an der Universität Mannheim bleiben konnte. Jetzt habe ich mein Staatsexamensstudium dieses Jahr in allen drei Fächern abgeschlossen und bin tatsächlich an dem Informatik-Lehrstuhl hängen geblieben, also ein bisschen weg von der Philosophie gekommen.

S. G. F.: Sie haben gesagt, dass Sie drei Fächer studiert haben. Was war denn das dritte Fach?

J. Z.: Ja, genau, also Mathematik, Philosophie und Informatik, wobei ich Informatik ungefähr 3 Jahre später angefangen habe zu studieren als die anderen Fächer. Aber dafür dann ein bisschen im Schnellverfahren.

S. G. F.: Das klingt sehr spannend. Also befinden Sie sich jetzt in der Anfangsphase der Promotion?

J. Z.: Genau, also ich habe Mitte Juni angefangen zu promovieren, weil ich meinen Abschluss erst Mitte Juni hatte. Jetzt bin ich quasi schon wieder raus, in familiärer Pause sozusagen. Deswegen war ich in den letzten 2,5 Monaten in der beginnenden Findungsphase eines Themas, welche jetzt natürlich noch nicht abgeschlossen ist. Das werde ich dann nach der Elternzeit wiederbeginnen.

S. G. F.: Wir interessieren uns besonders für die Anfangsphase. Viele empfinden sie oft als schwierig, aber wie finden Sie denn diesen Start?

J. Z.: Ich habe auch das Gefühl, dass sich viele damit schwertun. Ich hatte ursprünglich geplant, eine Projektstelle zu haben. Dann wäre die Startphase einfacher gewesen, weil man ein Thema hat, was man einfach bearbeiten muss. Daraus ist dann leider nichts geworden; das kann jetzt Vorteil oder Nachteil sein, weil ich jetzt Fluch und Segen zu gleich habe, mir aus dem kompletten Bereich irgendein Thema auszusuchen. Das ist natürlich einerseits schön, weil man machen kann, was man möchte, andererseits ist es aber auch extrem schwer ein Thema zu finden, aus dem man einfach eine gute Promotion machen kann und was einen die nächsten paar Jahre interessiert. In dieser Schwierigkeit stecke ich gerade noch.

S. G. F.: Spannend. Zu welchem Zeitpunkt in Ihrem Leben haben Sie sich zu einer Karriere in der Forschung entschieden?

J. Z.: Das kam eigentlich alles durch mein Lehramtsstudium, weil ich gemerkt habe, dass ich nicht an einer Schule arbeiten möchte. Da unsere Universität relativ klein ist und ich in der Fachschaft aktiv war, hatte ich immer schon recht viel Kontakt zu den Professoren. Dadurch bin ich immer wieder ins Gespräch mit dem Professor, bei dem ich jetzt auch arbeite, gekommen. Die endgültige Entscheidung habe ich dann erst ein Jahr vor dem Abschluss getroffen, so nach dem Motto „okay, an die Schule will ich nicht“ und ich bin noch nicht bereit, dieses permanente Lernen von neuen Sachen und das Forschen aufzugeben. Außerdem wusste ich auch ehrlich gesagt nicht, was ich statt der Schule machen möchte. Da dachte ich mir, dass ich einfach noch ein bisschen an der Uni bleibe und mal schaue, was sich daraus ergibt.

S. G. F.: Okay, und unsere letzte Frage wäre: Wie finden Sie denn Ihre Arbeit als eine der aktuell noch wenigen Frauen in diesem Bereich?

J. Z.: Ich muss sagen, dass ich jetzt keinen großen Unterschied an der Universität merke. In meinem Studium waren die Anteile an Frauen verschieden. In dem Philosophiestudium liegt der Hauptanteil bei Frauen, in Mathematik ist es recht ausgeglichen und in Informatik gibt es sehr wenige Frauen. Aber ich muss sagen, dass ich aktuell noch keine richtigen Nachteile oder Probleme gemerkt habe. Das einzige, was ich jetzt gemerkt habe, ist, dass noch nicht so viel Wissen am Informatikinstitut über das Thema Mutterschutz und Elternzeit, was bei mir ja aktuell aufkommt, vorhanden ist. Aber ich denke auch, dass das nicht nur in der Informatik so ist. Vermutlich liegt es auch mit daran, dass ich eine der ersten bin und das das macht es etwas schwierig, wobei das mehr die Verwaltungssache ist. Es war ein bisschen schwierig, alle Informationen herauszubekommen, weil es einfach wenig Erfahrungswerte gibt. Aber ich könnte mir vorstellen, dass das ein generelles Problem an der Universität ist, weil viele erst später Kinder bekommen. Aber ansonsten hatte ich noch nicht das Gefühl, großartig anders behandelt zu werden als Frau, aber ich bin auch noch am Anfang. Das einzige, aber das war auch mehr im Studium, ist eine Frauenquote in gewissen Gremien. Dadurch wird man öfter zu Treffen gefragt. Aber das war auch eher aus dem Studium als jetzt in der kurzen Zeit hier.

S. G. F.: Ja, das kann passieren. Das war unser Interview. Wir danken Ihnen nochmal für das spannende Gespräch und wünschen Ihnen alles Gute für die Zukunft.

J. Z.: Vielen Dank!

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