Saraswathi Ramasamy (Universität Mannheim)

„Mithilfe meiner Befunde, ist es möglich, das Lernen besser zu steuern.“

Ein Interview mit Saraswathi Ramasamy

Geführt von Sarah Gina Febriana

Foto Frau Ramasamy2

Saraswathi Ramasamy hat ihren Master-Abschluss in Psychologie – Lernwissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) absolviert. Vorher arbeitete sie als Sonderpädagogin am PRAYATNA – Centre for Educational Assessment and Intervention in Chennai, Indien. Dort arbeitete sie mit Kindern mit unterschiedlichen Lernschwierigkeiten. Aktuell ist sie Promovendin am Center for Doctoral Studies in Social and Behavioral Sciences (CDSS) und verfasst ihre Dissertation im Bereich pädagogischer Psychologie. Im Interview spricht sie insbesondere über ihr Dissertationsprojekt.

Sarah Gina Febriana:  Einen schönen guten Tag und herzlich Willkommen zu unserem Interview für das Projekt „Sichtbarkeit von Wissenschaftlerinnen“ von WUMAN. Wir freuen uns, dass sie an unserem Interview teilnehmen und wir und andere Wissenschaftler*innen die Chance bekommen, Sie und Ihre Forschung besser kennenzulernen.

Saraswathi Ramasamy: Dankeschön, ich freue mich auch.

S.G. F.: Könnten Sie sich bitte in wenigen Sätzen kurz vorstellen?

S.R.: Ich bin Saraswathi Ramasamy. Ich promoviere am Lehrstuhl für pädagogische Psychologie und mein Forschungsschwerpunkt ist „formatives assessment“. Ich schlage ein neues theoretisches Modell des „formativen Ansatzes“ vor und ich habe dieses Modell mit einer Metaanalyse untersucht. Um bestimmte Aspekte der Befunde aus meiner Meta-Analyse weiter zu explorieren, habe ich mein Modell zusätzlich experimentell getestet. Aktuell schreibe ich meine Dissertation und werde hoffentlich bald fertig.

S.G. F.: Das wünschen wir Ihnen auch. Das ist super. Könnten Sie die Begriffe „formatives assessment“ und „formativen Ansatz“ vielleicht noch einmal für fachfremde Leser*innen erklären?

S.R.: „Formative assessment“ kann als „assessment of learning” erklärt werden. Im Gegensatz zu Evaluationen, die am Ende des Lernprozesses stattfinden, kommt das „formative assessment“ bereits während des Lernprozesses zum Einsatz, damit das Lernen verbessert werden kann. Allerdings ist „formative assessment“ nicht auf eine reine Evaluation beschränkt, sondern involviert Feedback an die Lernenden sowie das Verbessern von Instruktionen basierend auf dem Ergebnis von Evaluationen. Deswegen stelle ich ein umfassendes Modell des „formatives assessment“ auf, welches ich „formativen Ansatz“ nenne. Dieses Modell beinhaltet alle Aspekte des formativen Ansatzes. Mein Modell ermöglicht ein klares Verständnis des formativen Ansatzes, welcher wiederum eine passende Umsetzung in Schulklassen und anderen Lernumgebungen ermöglicht.

S.G. F.: Könnten Sie uns dann bitte auch erzählen, warum Ihre Forschung wichtig ist?

S.R: Meine Forschung liefert sowohl theoretische Implikationen für die Konzipierung des formativen Ansatzes als auch praktische Implikationen für die Unterrichtsqualität. Mit Hilfe meiner Ergebnisse kann man entscheiden, was für den Unterricht wichtig ist und wie man ihn gestalten kann. Ich untersuche ganz genau die Lerneffekte von einzelnen Komponenten meines Modells und basierend auf diesen Befunden ist es möglich das Lernen besser zu steuern.

S.G. F.: Das klingt sehr praxisnah. Haben Sie auch andere Projekte, an denen Sie im Moment arbeiten?

S.R.: Nein, momentan habe ich keine anderen Projekte, nur meine Dissertation und meine Lehrveranstaltung.

S.G. F.: Zu welchem Zeitpunkt in Ihrem Leben haben Sie sich für eine Karriere in der Forschung entschieden?

S.R.: Erst nach der Masterarbeit beziehungsweise während der Masterarbeit. Ich wollte weiter forschen und deswegen habe ich mich für eine Promotion und eine Doktorarbeit entschieden.

S.G. F.: Sehr interessant. Sind Sie auch noch in anderen Institutionen oder Organisationen professionell tätig oder konzentrieren Sie sich gerade auf das Schreiben Ihrer Dissertation?

S.R.: Momentan bin ich in keiner anderen Institution tätig, sodass ich mich auf meine Dissertation konzentrieren kann.

S.G. F.: Das war dann auch unser Interview. Wir bedanken uns nochmal recht herzlich bei Ihnen und wünschen Ihnen alles Gute für die Zukunft und ihre zukünftigen Projekte.

S.R.: Danke für das spannende Gespräch!

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