Juliane Elter (Universität Mannheim)

„Die bislang größte Herausforderung war die thematische Umorientierung!“

Ein Interview mit Juliane Elter

Geführt von Hanna Weiß

Foto Frau Elter

Hanna Weiß: Hallo und herzlich Willkommen, wir sind heute hier für unsere Interviewreihe für das Projekt WUMAN. Die Reihe beschäftigt sich mit der Sichtbarkeit von Wissenschaftlerinnen und das Ziel ist es, Frauen an der Universität Mannheim sichtbarer zu machen. Wir möchten heute ein Interview mit Juliane Elter führen und wir würden uns freuen, wenn Sie sich in einigen Sätzen kurz selbst vorstellen könnten.

Juliane Elter: Hallo, schön, dass Sie da sind. Mein Name ist Juliane Elter. Ich bin Doktorandin im Fach Anglistik bzw. anglistische Sprachwissenschaften und bin hier zurzeit auch als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Anglistische Linguistik/ Diachronie beschäftigt. Meine Aufgaben umfassen hier neben Lehre und Forschung auch die Mitarbeit an laufenden Lehrstuhlprojekten.

HW.: Sehr interessant. Können Sie uns einmal sagen, was Ihre Forschungsinteressen sind und womit Sie sich zurzeit beschäftigen.

J.E.: Meine Forschungsinteressen umfassen sowohl die diachrone als auch die synchrone Syntax und Semantik, Sprachwandel und Sprachkontaktphänomene, so wie die korpuslinguistische Untersuchung des Englischen und des Deutschen. Die Argumentstruktur von Verben ist als Schnittpunkt zwischen Syntax und Semantik der Hauptansatzpunkt meiner Dissertationsarbeit und somit auch ein Teil meiner Forschungsinteressen. Zurzeit bin ich neben der Mitarbeit an organisatorischen Aufgaben in der Beantragung von Drittmittelprojekten, beispielsweise bei der DFG [Deutsche Forschungsgemeinschaft, Anm. d. Red.], aber vor allem in der Lehre tätig. Außerdem bin ich Mitherausgeberin und Copy-Editorin des lehrstuhleigenen open-access Magazins „Mannheim Papers in Multilingualism, Acquisition, and Change“ oder kurz „MAPMAC“. Das ist für mich sehr interessant, da ich nicht nur die forscherische Seite, sondern auch die herausgeberschaftliche Seite kennenlernen kann.

H.W.: Möchten Sie uns dann Ihr eigenes Projekt kurz vorstellen?

J.E.: Ja, gerne. Meine Dissertation beschäftigt sich mit der Integration skandinavischer Lehnverben in das Englische zwischen dem 8. und dem 11. Jahrhundert. Meine Forschung informiert inhaltlich die historische Sprachforschung zum Englischen und die Effekte, die der Sprachkontakt mit Dialekten des Altnordischen zu dieser Zeit auf die verbale Lexis hatte; wichtiger dabei sind mir aber die Argumentstrukturen der Verben und ihre semantischen Klassen im Englischen. Das ist also der größere Objektbereich, den ich dort untersuche. Die Lexis, die aus diesem Sprachkontakt in das Englische eingegangen ist, umfasst einen relativ kleinen Anteil der englischen Lexis. Es ist aber ein Bereich, der im englischen Sprachgebrauch hochfrequent ist, also Verben, Nomen und Adjektive, die sehr oft im Alltag verwendet werden. Besonders im Bereich der Nomen ist hier bereits viel geforscht worden, die Verben aber lassen noch Fragen offen. Eines dieser Verben, die durch den Sprachkontakt mit dem Altnordischen beeinflusst sind, ist „give“ – ein Verb mit dem ich mich bereits in meiner Masterarbeit zum Entstehen des englischen to-dative beschäftigt habe.

H.W.: Das klingt alles sehr spannend. Was waren einige Herausforderungen, die Sie bereits gemeistert haben?

J.E.: Ich bin mir ganz sicher, dass in den nächsten Jahren noch viel größere Herausforderungen auf mich zukommen werden. Ich habe ja auch erst dieses Jahr angefangen mit der Arbeit an meiner Dissertation. Die bislang größte Herausforderung war aber die Bearbeitung meines Masterarbeitsthemas im Rahmen des laufenden DFG-Projekt BASICS: Die Ergebnisse meiner Masterarbeit waren wertvoll und interessant für die Arbeit des Projektes, eine Ausweitung dieses Ansatzes auf ein Dissertationsprojekt war jedoch nicht aussichtsreich genug. Deswegen habe ich dann während meiner Arbeit hier am Lehrstuhl ein halbes Jahr intensiv nach einem neuen Thema gesucht und die methodische und theoretische Grundlage meiner Masterarbeit auf eine andere Sprachkontaktsituation neu orientiert. Diese Situation, zu wissen, dass man mit seinem lange bearbeiteten Thema auf nichts Neues kommt und deswegen umdenken muss, war sehr lehrreich. Das hat mich in meinen wissenschaftlichen Fähigkeiten wachsen lassen und mich darin bestärkt, immer nach noch offenen Fragen zu suchen.

H.W.: Das finde ich sehr interessant, auch nochmal eine neue Sichtweise von jemandem zu bekommen, der vielleicht nicht schon immer an dem gleichen Thema forscht.

J.E.: Genau, es ist ja auch sehr unterschiedlich wie Dissertationsthemen gefunden und ausgearbeitet werden.

H.W.: Ja, das stimmt. Dann sind wir auch schon am Ende des Interviews. Ich möchte mich nochmal herzlich bei Ihnen bedanken, dass Sie sich die Zeit für unser Interview genommen haben und wir wünschen Ihnen alles Gute für Ihre Zukunft.

J.E.: Dankeschön, dass ich mitmachen durfte.

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